Stichting Laka

Publicatie Laka-bibliotheek:
Das atommüll-Desaster. Blicke hinter die Kulissen der angeblich sauberen Atomenergie (2015)

Auteur.ausgestrahlt
Datumapril 2015
Classificatie 2.01.4.10/40 (DUITSLAND - AFVAL - ALGEMEEN)
Voorkant

Uit de publicatie:

Die Atommüll-Diskussion vom Kopf auf die Füße stellen

Aufgabe dieser Bestandsaufnahme ist, die Diskussion über den zukünftigen 
Umgang mit Atommüll vom Kopf auf die Füße zu stellen: Wer über eine Million 
Jahre Sicherheit beim Umgang mit dem Atommüll reden will, der muss zunächst 
nachweisen, dass er die Probleme im Hier und Jetzt ernst nimmt, damit seriös 
umgehen kann und dies auch tut.

Der Gesetzentwurf für das Standortauswahlgesetz begann mit der Behauptung, mit 
der 13. Novelle des Atomgesetzes am 31. Juli 2011 sei ein nationaler Konsens über 
die Beendigung der friedlichen Nutzung der Kernenergie zur gewerblichen 
Erzeugung von Elektrizität in Deutschland erzielt worden. Damit wird kaschiert, 
dass der gesellschaftliche Dissens über die Gefahren der Atomenergie weiterhin 
besteht. Weder in der 13. Novelle des Atomgesetzes oder dem Standortauswahlgesetz, 
noch im Handeln von Politik und Verwaltungen wird eine wesentliche Veränderung 
im Umgang mit den Gefahren der Atomenergie erkennbar. Es scheint geradezu so zu 
sein, dass der Verweis auf die 13. Novelle des Atomgesetzes ein Freibrief ist, die 
Probleme, Gefahren und Risiken zu mehren.

Für wirtschaftliche Akteure dominiert weiterhin die zwingende Orientierung an 
kurzfristig gewinnbringenden und damit kostengünstigen Lösungen. Politikerinnen 
und Politiker versuchen allerorten, als Problemlöser zu erscheinen. Dabei wissen sie 
sehr wohl, dass sie, was immer sie auch tun, auf den Ausgang der 
Auseinandersetzung in einigen Jahrzehnten nur marginal Einfluss haben. Die 
Interessenlage der Betroffenen an den Standorten ist davon grundverschieden. Sie 
sind geborene Expertinnen und Experten für die Frage, ob eine Anlage mit den 
Existenzbedürfnissen in ihrem Lebensraum in Einklang zu bringen ist oder nicht. 
Natürlich gibt es auch an Standorten andere Parameter wie Gewerbesteuer und

Arbeitsplätze, aber spätestens wenn die Bedeutung dieser Parameter nachlässt, 
nimmt die kritische Haltung zu. Früher umgangssprachlich als St.-Florians-Prinzip 
karikiert, wird dies heute in Teilen der Sozialwissenschaft und Politik gern als 
Nimby-Haltung ("Not in my backyard") denunziert. Tatsächlich steckt dahinter aber 
ein materiell nachvollziehbarer Erkenntnisvorgang. Da sich kaum jemand ,,auf 
Vorrat" intensiv mit Fragen radioaktiver und chemotoxischer Beschaffenheit von 
Atommüll oder der Beschaffenheit tiefengeologischer Formationen beschäftigt, 
geschieht dies schlagartig, sobald ein Standort benannt oder deutlich wird, dass der 
an einem Ort produzierte Atommüll noch ber Jahrzehnte an diesem Ort bleiben wird. 
Da es für Betroffene aber keine entscheidungsrelevanten Eingriffsmöglichkeiten gibt 
und nach allen Erfahrungen der letzten vier Jahrzehnte Standort-Benennung zugleich 
Standort-Verurteilung bedeutet, gibt es auch keine Verhandlungsräume, sondern nur 
die Alternative: zulassen oder verhindern.

Deze publicatie is alleen op papier bij Laka beschikbaar, niet als pdf.
Publicaties zijn te leen of informeer of we een kopie kunnen maken. Soms, als we tijd hebben, lukt dat tegen kostprijs van de kopieën.